Hannah Vogt

Hannah Vogt
 

Hannah Vogt

Geboren am 3.3.1910 in Berlin. Schulbesuch und Abitur in Göttingen. Während der Schulzeit Kontakte zur Sozialistischen Arbeiterjugend und zum Internationalen Sozialistischen Kampf-Bund (ISK). Mit Beginn des Studiums – Volkswirtschaftslehre in Göttingen und Hamburg – Eintritt in die KPD; Beginn einer umfangreichen politischen Arbeit für die KPD und gegen den wachsenden Nationalsozialismus. Frühe Verhaftung am 10.3.1933 nach der letzten freien Reichstagswahl am 5.3.1933. Zunächst inhaftiert in Osterode/Harz, ab 3.6.1933 im KZ Moringen. Entlassung am 23.12.1933. Relegation vom Studium. Tätigkeit als Laborantin in Berlin, später als Schwesternhelferin. 1939 bis 1941 Kriegseinsatz als Schwesternhelferin. 1942 zum Studium in Marburg zugelassen. Examen als Diplom-Volkswirtin 1944; Promotion 1945.

Aktive Mitarbeit am demokratischen Neubeginn nach 1945. Ab 1948 Mitglied der FDP, für die sie von 1952 bis 1954 dem Göttinger Rat angehört. Mit dem Wechsel in die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (Wiesbaden) verlässt sie die FDP wegen zunehmender Rechtstendenzen.

1962 Eintritt in die SPD.

Umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit.

Breite ehrenamtliche Tätigkeit in gesellschaftlichen Organisationen, wobei Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und Aussöhnung mit dem jüdi- schen Glauben einen besonderen Platz einnimmt.

Langjährige Vorsitzende der Göttinger Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Ratsfrau von 1968 bis 1981 für die SPD. 1973 Kandidatin für die ehrenamtliche Oberbürgermeisterin.

1989 Ehrenbürgerin der Stadt Göttingen. Hannah Vogt starb am 13.2.1994.

 

Hans Hesse (Hg.): Hoffnung ist ein ewiges Begräbnis. Briefe aus dem KZ. Hannah Vogt – 1933, Edition Temmen, Bremen 1998.

Ute Hinze, Bettina Kratz-Ritter: Hannah Vogt. Göttinger Ratsfrau und Ehrenbürgerin, Schriften der Göttinger Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Heft 4, Göttingen 2006.

Christian Werwath: Hannah Vogt. Ein ruheloses Leben, in Göttinger Köpfe, Franz Walter, Stine Marg (Hg.), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012.